Friedensgebet von Papst Benedikt XV

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In der Angst und Not eines Krieges, der die Völker und Nationen in ihrem Bestand bedroht, fliehen wir, o Jesus, zu Deinem so liebevollen Herzen, als zu unserem sichersten Zufluchtsort. Zu Dir, o Gott der Barmherzigkeit, flehen wir mit Inbrunst: wende ab diese schreckliche Geißel! Zu Dir, o Friedenskönig, rufen wir in inständigem Gebet: gib uns bald den ersehnten Frieden!

Von Deinem göttlichen Herzen aus ließest Du auf der ganzen Welt die heilige Liebe erstrahlen, damit jegliche Zwietracht schwinde und unter den Menschen nur die Liebe herrsche. Dein Herz schlug, da Du auf Erden weilest, voll zarten Mitleids für alle menschliche Not. Ach, möge Dein Herz sich unser erbarmen auch in dieser Stunde, die schwer auf uns lastet mit ihrem verhängnisvollen Haß und entsetzlichem Blutvergießen!

Erbarme Dich so vieler Mütter, die in Angst und Sorge sind um das Schicksal ihrer Söhne; erbarme Dich so vieler Familien, die ihres Hauptes beraubt sind; erbarme Dich des unglückliche Europa, über das so schweres Verhängnis hereingebrochen ist!

Gib Du den Herrschern der Völker Gedanken des Friedens ein; laß aufhören den Streit, der die Nationen entzweit; mach, daß die Menschen in Liebe sich wieder zusammenfinden; gedenke, daß Du sie um den Preis deines Blutes zu Brüdern gemacht! Einst hast Du auf den Hilferuf des Apostels Petrus: „Rette uns, o Herr, denn wir gehen zugrunde“, voll Liebe gehört und den empörten Meereswogen geboten: o, so laß Dich auch heute versöhnen, erhöre gnädig unser Vertrauensvolles Gebet und gib der stürmisch bewegten Welt wieder Ruhe und Frieden!

Und Du, allerseligste Jungfrau, wie früher in den Zeiten größter Not, so hilf uns auch jetzt! Beschütze uns und rette uns! Amen

(1915)